Abschlusslehrfahrt des AL3

Am Sonntag, 16. 9. 2018 brach die Klasse 3 AL zu ihrer Abschlusslehrfahrt auf, die sie nach Südtirol und die östliche Schweiz führte, um Einblicke in die forstlichen und kulturellen Besonderheiten dieser beiden Länder zu gewinnen. Dabei wurden sie von Prof. DI Wolfgang Hintsteiner und Prof. MMag. Susanne Moser-Paar begleitet.

Auf einem gemeinsamen Rundgang durch die Stadt Bozen am Montag, 17. 9. lernten wir Bozen als wichtigen Begegnungsort zwischen deutschsprachigem und italienischsprachigem Kulturraum kennen. Die Besichtigung von Fresken italienischer Meister aus dem 14. Jahrhundert, des Denkmals zu Ehren des großen deutschen Minnesängers Walter von der Vogelweide sowie des regen Marktlebens auf dem Obstplatz veranschaulichte uns auf beeindruckende Weise, dass das Nebeneinander von italienischer und deutscher Kultur in dieser Stadt lange Tradition hat.
Nach einer Fahrt auf den Ritten mit der längsten Seilbahn der Welt für Personenverkehr und der Rittner Schmalspurbahn führte am Nachmittag eine Wanderung zu den Erdpyramiden bei Lengmoos, den höchstgelegenen Erdpyramiden in Europa. Bei diesem interessanten Naturdenkmal handelt es sich um ein geomorphologisches Phänomen, welches bizarre Landschaftsformen bildet und Termitenhügeln ähnelt. Diese kegelförmigen Lehmformen entstehen durch die Auswaschung späteiszeitlichen Moränenlehms und bleiben durch aufliegende Felsbrocken stehen.
Der Besuch im Südtiroler Archäologiemuseum am Dienstag, 18. 9. machte deutlich, dass bereits Ötzi vor 5.300 Jahren sich darauf verstand, die Eigenschaften verschiedener Holzarten zur Erleichterung seines Lebensalltags zu nutzen. So dienten die geraden Zweige des Gemeinen Schneeballs zur Anfertigung von Pfeilen, Eibe zur Anfertigung von Waffen und Linde zur Herstellung von Seilen. Dosenförmige Behälter aus antiseptisch wirkender Birkenrinde ermöglichten es Lebensmittel länger aufzubewahren
Der Mittwoch, 19. 9. führte uns in den Schweizer Nationalpark im Engadin. Dieser älteste Nationalpark der Alpen mit dem Gründungsjahr 1914 hat die höchste Schutzkategorie, weshalb auch ein strenges Wegegebot herrscht. Dennoch konnte bei der eintägig geführten Tour sehr gut die Verjüngungsdynamik der sich selbst überlassenen, vorwiegend aus Bergföhren bestehenden Wälder beobachtet werden. Die vorherrschende Gesteinsart ist der Dolomit, welcher ebenfalls bizarre Erosionsformen hervorbringt. So waren abermals kegelförmige Formationen zu beobachten, die aber durch einen der Verwitterung trotzenden Zementierungsprozess entstanden sind. Den gelungenen Abschluss bildete die seltene Beobachtung eines Bartgeierpärchens.
Die Schweiz ist wie Österreich ein gebirgiges Land und deshalb wollten wir dort auch etwas über die Schutzwaldbewirtschaftung lernen. Aus diesem Grund stand der Donnerstag, 20. 9. im Zeichen einer ganztägigen Exkursion zur Fachstelle für Gebirgswaldpflege. Die Schweiz verfügt über einen Schutzwaldanteil von 40% und jeder Schutzwald ist dort generell auch ein Objektschutzwald. Anhand verschiedener Weiserflächen wurden uns Konzepte der Schutzwaldbewirtschaftung veranschaulicht. Wichtig ist neben dem Erkennen des Gefährdungspotentials die Definition von Sollzuständen, welche die waldbaulichen Zielvorgaben darstellen. Erst dann ist das Setzen zielgerichteter Maßnahmen möchlich, doch darf dabei nicht auf die Erfolgskontrolle vergessen werden.
Den Abschluss unserer Exkursion am Freitag, 21. 9. bildete der Besuch des Alpinums auf der Schatzalpe oberhalb von Davos. Zahlreiche botanische Besonderheiten aus alpinen Regionen weltweit gaben Einblick in dieses einzigartige Ökosystem. Anschließend besuchten wir noch das typische Walserdorf Monstein, welches durch seine traditionellen Holzhäuser mit Schindeleindeckung beeindruckte und Heimatort der höchstgelegenen Brauerei Europas ist.
(Text: MPA, Fotos: HST)

Veröffentlicht am 21.09.2018

Klassenvorstand

DI Wolfgang Hintsteiner Lehrer
Dr. Th.-Körner-Straße 44
8600 Bruck an der Mur
Österreich
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