Der AL2 beim BFW und der Wiener Waldschule

Ausflug in die Bundeshauptstadt zum Bundesforschungszentrum für Wald und zur Wiener Waldschule mit dem AL2

Die Schülerin und Schüler des 2. Aufbaulehrganges besuchten am 6. März 2018 mit Frau DI Bettina Gailberger und Frau DI Andrea Poier das Waldschutzinstitut. Wir wurden von DI Christian Lackner in die Tätigkeiten des Bundesforschungszentrums für Wald eingeführt. Das BFW existiert seit 1880 und beratet die Politiker in Gesetzesfragen sowie die Landesforstdirektionen und die Bezirksforstinspektionen. Es unterhält neben zahlreichen Dauerversuchsflächen ca. 195 Naturwaldreservate und stellt auch Bescheide aus. Beim BFW sind 295 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon arbeiten 30 Personen für das Wildeinflussmonitoring (WEM). Auf youtube.com/waldforschung können die Veröffentlichungen auch eingesehen werden. Die Homepages von www.waldwissen.at, www.bioindikatornet.at und www.borkenkaefer.at werden ebenfalls mitbetreut.

Ing. Alfred Fürst erläuterte das Bioindikatornetz und die Möglichkeiten der Erforschung von Luftschadstoffen. Die Ursachen des HCB-Skandals im Görtschitztal in Kärnten wurden durch die Feststellung der Einlagerungen der Schadstoffe in den Fichtennadeln nachgewiesen und der Verursacher damit eingegrenzt und lokalisiert. Das Bioindikatornetz besteht als wichtiges Dokumentationsarchiv seit 1983 in Österreich und wurde in den Anfängen des Waldsterbens mit einem Rasterabstand von 16 mal 16 km für die vorwiegend aus Fichten bestehenden Indikatorbäume eingerichtet. Zusätzlich wurden an kritischen Stellen wie Industriegebieten oder Tälern Verdichtungspunkte gesetzt.

DI Bernhard Perny stellte uns die Organisationsstruktur vom BFW und vom Bundesamt für Wald vor.

Anschließend wurden wir in 3 Kleingruppen durch das Haus geführt und zu unterschiedlichen Themen informiert:

  1. Aufbereitung der Nadel-Proben im Labor und Erklärung der Funktionsweise der Messgeräte (Ing. Alfred Fürst).
  2. Vorgang der Probenerfassung von Schadbildern, Mitteilung und Einsendung dieser an das BFW, damit die Wissenschaftler eine genaue Diagnose von Gehölzkrankheiten erstellen können (Dr. Thomas Cech)
  3. Umgang von invasiven Arten am Beispiel vom Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB). Das BFW setzte früher Baumsteiger und seit einigen Jahren auch ausgebildete Spürhunde für die Ortung von befallenen Bäumen ein (Dipl.-Biol. Ute Hoyer-Tomiczek).

Am Nachmittag besuchten wir die „Mutter“ aller Waldschulen Österreichs – die Wiener Waldschule der MA 49 am Wilhelminenberg. DI Peppo Ebenberger erklärte uns, wie er diese Waldschule vor 20 Jahren aufbaute und mit seinem Team weiterentwickelte. Er zeigte uns auch den Umgang mit Kindern anhand von praktischen Beispielen. Wir waren von der Vielzahl und der Vielfalt der ausgestellten Naturobjekte aus ganz Österreich in der Waldschule begeistert. Die Bedeutung der Waldpädagogik für die Praxis in der europäischen Forstwirtschaft nimmt einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Wir können unser Fachwissen spielerisch und mit Freude an Jung und Alt weitergeben und damit unseren nachhaltigen Beruf in der Öffentlichkeit gut präsentieren.

Zum Abschluss durften wir noch einmal Kinder sein und im angrenzenden Wald das Höhen- und Dickenverhältnis des größten Baumes der Welt nachstellen. Wir waren mit großer Begeisterung dabei und wir freuen uns schon auf unsere erste eigene Waldführung. (Text: Jan Müllner AL2, GAI, POI)

Veröffentlicht am 06.03.2018

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